Umbau und Sanierung eines denkmalgeschützten Hauses

 

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Bauherr :    

Susanne Schlecht
Schillerstraße 9
71065 Sindelfingen

Projektdaten :    

Planung
Ausführung
umbauter Raum
Nutzfläche
Wohnfläche
Bruttogrundrißfläche
Grundstücksgröße

1986
1987
600 m³
48 m²
104 m²
112 m²
402 m²
Projektbeschreibung :

Die Schnödenecksiedlung wurde 1919-21 vom Stuttgarter Architekten Paul Schmitthenner entworfen

und gebaut und gehört zum Typus Genossenschaftssiedlung, wie sie in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts häufig errichtet wurde.

Die Siedlung besteht zum überwiegenden Teil aus eingeschossigen Einfamilienhäusern mit
ausgebautem Dachgeschoss, die zu unterschiedlich großen Baugruppen zusammengefasst sind und
durch parallel zu den Häusern angelegte Staßen und ein axial angeordnetes, halböffentliches Fußwegsystem erschlossen werden.

Der harmonische Gesamteindruck, den sie Siedlung ursprünglich vermittelte, ergab sich
durch die Verwendung typisierter Grundrisse und Bauformen und den Verzicht auf
übersteigerten Individualismus.

Die charakterischen Gestaltungselemente sind biberschwanzgedeckte Walm- und Krüppelwalmdächer,
Quergiebel und verschiedene Gaubenformen, Sprossenfensterteilung auf der Grundlage eines
liegenden Rechteckes, Hauseingangstüren mit Sprossenverglasung, Vorgärten mit Lattenzaun.

Nachdem ab Mitte der sechziger Jahre unkontrollierte Modernisierungsmaßnahmen das ursprüngliche Erscheinungsbild immer stärker beeinträchtigten, wurde die Siedlung 1984 unter Denkmalschutz gestellt.

Das Haus Schillerstraße 9 wurde 1987/88 saniert und umgebaut. Die funktionle Zuordnung der Räume wurde im Prinzip beibehalten.

Im EG wurden die Wände zwischen der Küche un den beiden Stuben entfernt, wobei die tragende Fachwerkstruktur erhalten blieb. Der neugeschaffene Wohn-/ Eßbereich stellt sich als modernes Raumkontinuum dar; gleichzeitig bleibt die alte Raumstruktur ablesbar.
Durch Einziehen einer Trennwand im Küchenbereich entstand ein Gäste-WC.
Das ehemalige Stallgebäude wurde so umstrukturiert, dass ein "Minimal-Elternschlafzimmer" mit vorgeschaltetem Naßbereich entstand.

Im 1. Dachgeschoss verschwand die alte Abstellkammerzugunsten eines "Kleinstbadezimmers",
dessen schräger Wandabschluss zum Treppenhaus hin sich deutlich als modernes Element artikuliert.
Dies wurde durch die farbige Behandlung der Wandfläche unterstrichen. Ansonsten blieben die Räume unverändert.

Die Veränderungen im Fassadenbereich beschränken sich auf die Hof- und Gartenseiten.
Die Tür- und Fensteröffnungen im Stallanbau wurden so umgruppiert, dass sie der neuen Grundrisskonzeption entsprechen. Der Hauptkörper erhielt eine zusätzliche Fenstertüre, um den Bezug zum Grünraum zu verstärken.

Die Straßenseite wurde - soweit bautechnisch sinnvoll - originalgetreu wiederhergestellt.

Das Projekt wurde 1999 beim Wettbewerb "Beispielhaftes Bauen" von der Architektenkammer
Baden-Württemberg ausgezeichnet und dokumentiert.



 

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